Manaus (Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas)
Manaus ist die Hauptstadt von Amazonas, einem der brasilianischen Bundesstaaten. Zwischen Rio Negro und Amazonas gelegen, bietet sich unterhalb der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt ein beeindruckender Anblick: Beide Flüsse vereinigen sich dort zum fortführenden Amazonas, wobei sie sich über eine lange Strecke nicht miteinander vermischen, sodass ein schwarzes, aber klares, und ein schlammiges braunes Band nebeneinander herfließen.
Die Stadt selbst ist ebenfalls überaus sehenswert. Vor wenig mehr als hundert Jahren profitierte sie vom Kautschukboom. Manaus galt als internationales Zentrum der Gummiproduktion und erlangte durch diese Monopolstellung enormen Reichtum. Noch heute spiegelt sich der damalige Wohlstand in vielen Bauten wider. Das berühmteste Beispiel ist das Opernhaus von Manaus, das Teatro Amazonas, in dem sogar Caruso sang. Im inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Teatro Amazonas finden weiterhin Opern- und Theateraufführungen statt. Der Kautschukboom fand für Manaus ein Ende, als es gelang, Gummibäume nach Malaysia zu schmuggeln und dort eine Kautschukindustrie zu etablieren. Manaus, das völlig auf das Kautschukgeschäft konzentriert war, fiel in Armut zurück.
Heutzutage spielt Manaus eine wichtige Rolle für die Amazonas-Schifffahrt und im Tourismus. Es ist Ausgangspunkt für Regenwaldexkursionen. Zahlreiche darauf spezialisierte Unternehmen sind hier ansässig. Manaus ist dabei mehr als lediglich ein Startplatz. Viele Touristen halten sich hier gern ein paar Tage für lohnenswerte Erkundungen auf. Sie spüren das Flair einer Stadt, wie sie tropischer nicht vorstellbar ist. Heiß und schwül ertrotzt sie sich ihren Platz mitten im Amazonasdschungel. Ein Rundgang durch die am Hafen gelegene Markthalle offenbart eine bunte und duftende Vielfalt an Fleisch, Fisch und Früchten, die dem Besucher teilweise aufregend unbekannt sind, dazu gesellen sich Souvenirs. Der Palacio Rio Negro erinnert architektonisch etwas an das Opernhaus. Tatsächlich verdankt er sein Entstehen ebenfalls dem Kautschukboom, als der Kautschukhändler Waldemar Scholz ihn sich als Domizil erbaute. Unbedingt einen Besuch lohnt das Naturgeschichtliche Museum. Gegründet von einem japanischen Schmetterlingsforscher zeigt es hauptsächlich Insekten und Fische. Das Museu do Índio und das Museu do Homem do Norte widmen sich den Indianern beziehungsweise den Menschen in Nordbrasilien. Der Wald der Wissenschaft befindet sich als Lehrwald von 130.000 m² inmitten der Stadt. Viele Tiere Amazonien lassen sich dort in Gehegen oder frei im Wald beobachten.
Manaus hat also weit mehr zu bieten als den idealen Startpunkt für Urwaldtrips.
